Kommentar der Sprecherin des russischen Aussenministerium Maria Sacharowa zu den Äusserungen der Staatsführung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 12. April 2022 zu den Ereignissen in der Ukraine
Zeit-Fragen vom 3.5.2022
«Wir haben in letzter Zeit Aussagen der Schweizer Staatsführung im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine aufgenommen, die für uns berechtigte Fragen aufwerfen.
So verkündete der Bundespräsident und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten Ignazio Cassis in einem Interview mit der luxemburgischen Zeitung ‹Le Quotidien› am 7. April 2022 das Ende der ‹Ära, in der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kein einziges souveränes und demokratisches Land auf dem Kontinent angegriffen wurde›.
Wir möchten den Schweizer Bundespräsidenten daran erinnern, dass die Grundlagenaushöhlung der Nachkriegszeit und die Zerstörung des Völkerrechtssystems aus den Bomben- und Raketenangriffen der Nato auf friedliche jugoslawische Städte im Jahr 1999 resultierten. Diese Vergesslichkeit und willkürliche Interpretation historischer Fakten wegen politischer Zweckmässigkeit ist völlig inakzeptabel.
Darüber hinaus hat das EDA in seiner Stellungnahme vom 8. April 2022 nach weiteren barbarischen Verbrechen des ukrainischen Regimes in Butscha und Kramatorsk unsere ausführlichen Erklärungen ignoriert und alle Verantwortung rückhaltlos der russischen Seite zugeschoben.1
Solche Aussprüche der Schweizer Seite verurteilen wir auf das Schärfste. Wir fordern Bern, das sich als neutraler und ‹ehrlicher Makler› zu positionieren versucht, nachdrücklich dazu auf, objektiv und treulich mit den Fakten umzugehen.
Wir hoffen, dass die Schweizer Staatsführung die Zusicherungen der Unverletzlichkeit der Neutralität nicht nur für schöne Worte hält. Die praktischen Schritte Berns werden zeigen, wie ehrlich diese Worte sind. Auf dieser Grundlage werden wir die wahre ‹Qualität› des neutralen Status der Schweizerischen Eidgenossenschaft beurteilen.»
1 «In Anbetracht der anhaltenden russischen Militäraggression in der Ukraine und der klaren Hinweise auf Greueltaten in Butscha hat die EU am 8. April 2022 weitere Sanktionen gegenüber Russland sowie gewisse Massnahmen gegenüber Belarus verabschiedet.» (Medienmitteilung des Bundesrats vom 13.4.2022)
Quelle: Russian Embassy Bern. @RusEmbSwiss.
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